Wer aus einem anderen Markt nach Deutschland kommt, wundert sich oft: Kreditkarte allein reicht hier nicht. Ein erheblicher Teil der Kunden will erst die Ware sehen und dann bezahlen – oder über ein Konto, dem er vertraut. Ein Checkout, der das nicht abbildet, verliert Käufer genau an der Stelle, an der sie schon kaufen wollten.
Wie in Deutschland online bezahlt wird
Nach Daten des EHI Retail Institute verteilten sich die Umsätze im E-Commerce 2025 so:
- PayPal: 28,7 Prozent (2024: 28,5 Prozent)
- Kauf auf Rechnung: 26,1 Prozent (2024: 25,8 Prozent)
- Lastschrift: 14,4 Prozent – fast drei Prozentpunkte weniger als im Vorjahr
- Kredit- bzw. internationale Debitkarten: 13,7 Prozent, mit dem größten Zuwachs (+1,4 Prozentpunkte)
- Apple Pay: 1,3 Prozent – erstmals separat ausgewiesen
Was Shops anbieten
Spannend ist der Blick auf die Angebotsseite. Der E-Commerce-Report Deutschland 2026 des EHI hat 1.000 relevante Onlineshops und Marktplätze untersucht: 97,2 Prozent bieten Wallets an, 96,6 Prozent Kreditkarten. PayPal ist bei 96,3 Prozent vertreten, Apple Pay bei 49,0 Prozent (Vorjahr: 37,8 Prozent), Google Pay bei 32,0 Prozent. Kauf auf Rechnung gibt es bei 81,7 Prozent der Shops, Ratenkauf oder Finanzierung bei 45,9 Prozent. Das neue europäische Verfahren Wero ist bei 3,0 Prozent verfügbar.
Das heißt: PayPal, Karten und Rechnung sind Standard. Wer eines davon nicht anbietet, fällt auf – im negativen Sinn.
Kauf auf Rechnung: Conversion gegen Risiko
Rechnungskauf ist für viele Kunden ein Vertrauenssignal und senkt die Hürde im Checkout. Gleichzeitig trägt der Händler – oder ein Zahlungsdienstleister, der das Risiko gegen Gebühr übernimmt – das Ausfallrisiko. Und Rechnungskauf hängt mit der Retourenneigung zusammen: Wer noch nicht bezahlt hat, bestellt eher zur Auswahl. Eine Studie der Universität Bamberg nennt den hohen Rechnungsanteil ausdrücklich als einen Grund, warum Deutschland Retouren-Europameister ist. Mehr dazu in unserem Beitrag über Retouren.
Eine sinnvolle Grundausstattung
- PayPal – erwartet und für viele Kunden das bequemste Verfahren.
- Kauf auf Rechnung über einen Dienstleister, der das Ausfallrisiko übernimmt – mit klaren Regeln für Warenkorbgröße und Neukunden.
- Kredit- und Debitkarten mit sauber eingerichtetem 3-D-Secure-Ablauf.
- Apple Pay und Google Pay – vor allem für mobile Käufe, wo jedes Formularfeld Abbrüche kostet.
- Lastschrift – je nach Zielgruppe weiterhin relevant.
- Ratenkauf ab einer gewissen Warenkorbgröße, etwa bei Möbeln oder Elektronik.
Messen statt raten
Welche Mischung die richtige ist, hängt von Sortiment, Warenkorb und Zielgruppe ab. Messen Sie Abbrüche pro Zahlungsschritt, Fehlerquoten bei Karten und die Kosten pro Verfahren – Gebühren, Ausfälle und Retouren zusammen. Genau diese Rechnung machen wir im Projekt Zahlungen & Checkout, die Messung dahinter in CRO & Analytics.
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